Zeit für digitalisierte Hochschulen.

Digitalisierte Hochschulen

Es ist Zeit, dass wir durch hybrides Studieren endlich die Flexibilität und Wahlfreiheit im Studium bekommen, die wir wirklich dringend brauchen. Studieren während der zahlreichen Lockdowns hat uns gezeigt, dass durchgehendes Distance Learning ohne größeren Plan dahinter nicht funktioniert und qualitativ noch ein großer Aufholbedarf vorliegt. Digitalisierte Uni darf nicht nur Distance Learning heißen und das wars. Der Schlüssel Digitalisierung kann uns viele Türen öffnen - wenn man ihn richtig verwendet. Wir sehen die Chance, durch die Digitalisierung die Hochschulen zu demokratisieren, barrierefreier und inklusiver zu gestalten.

Digitalisierte Uni soll uns die Chance geben, frei zusammenstellen zu können, wie viel wir in Präsenz machen können und welche Lehrveranstaltungen doch lieber online. Durch diese neu gewonnene Freiheit können auch andere Verpflichtungen z.B. Arbeit besser mit dem Studium vereinbart werden. Wir wollen endlich die Wahlfreiheit bekommen, die uns zusteht! Wir wollen, dass jede Lehrveranstaltung, online / hybrid / in Präsenz mit ausreichender Kapazität angeboten werden und wir uns Semester für Semester selbst unseren Stundenplan zusammenstellen können - damit wir uns die richtige Mischung aus Distanzlehre und Präsenzlehre erstellen können. Wir fordern einen flexiblen Stundenplan, der den Ansprüchen einer digitalisierten Gesellschaft gerecht wird!

Alle Aspekte des Studierens müssen für jede_n zugänglich sein. Dazu gehört auch die digitale Lehre. Wenn Hochschulen sich dazu entschließen, digitales Lehrangebot bereitzustellen, dann muss sichergestellt werden, dass für Studierende keine Zusatzkosten entstehen. Digitale Uni darf nicht teurer sein als Präsenz-Uni. Deshalb fordern wir einen Digitalisierungsbonus für uns Studierende. Dieser soll mit 300€ pro Jahr Grundausgaben wie Internet und Zubehör abdecken. Wenn sich mit diesem Grundbetrag nicht alle notwendigen Anschaffungen ausgehen, soll es eine Möglichkeit geben, über Beantragung größere Kosten, wie für einen Laptop oder Reparaturen, abzudecken. Außerdem müssen alle Lizenzen für Programme und Software von der jeweiligen Hochschule gratis bereitgestellt werden.

Seit dem es das Internet gibt, werden in Sekundenschnelle Unmengen an Informationen geteilt und verbreitet, Social Media Plattformen vermehren sich kontinuierlich und die Nutzer_innenzahlen jener Plattformen steigen um das Millionenfache. Die Welt ist also im Internet angekommen, aber wo bleiben die Unis? Wo bleibt der Zugang zu den Ressourcen und dem Wissen, das an öffentlichen Universitäten erschaffen wird? Öffentlich finanzierte Hochschulen sollen auch ihr Wissen öffentlich transparent und zugänglich gestalten! Wir fordern, dass alle öffentlichen Hochschulen ihre Bibliotheken und Forschungsarbeiten, sowie Forschungsergebnisse digitalisieren und online für die Öffentlichkeit zugänglich machen. 

2.800 Studierende in Österreich sind alleinerziehend – hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Frauen*. Alleinerzieherinnen* sind mitunter am stärksten von finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Nur 39% der studierenden Eltern geben an, an ihrer Hochschule ein Kinderbetreuungsangebot zu haben. Fast die Hälfte der studierenden Mütter kann sich keine Kinderbetreuung leisten. Schulen und Kindergärten sollten zwar während der Lockdowns die Kinderbetreuung für berufstätige Eltern garantieren, in der Realität mussten jedoch viele Kinder zu Hause bleiben, was für Studierende in der Fernlehre eine große Zusatzbelastung darstellte. Ein Studium muss sich mit Betreuungspflichten vereinbaren lassen – darum fordern wir ausreichend kostenlose Kinderbetreuung, die auch während des Distance Learning sichergestellt ist.